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Editorial
Liebe Leser:innen,
nach dem Winzerfest bleiben die Anlässe, sich ungezwungen zu treffen und zu feiern, nicht aus: Schon in weniger als einem Monat soll der umgestaltete Venarey-les-Laumes-Platz offiziell eingeweiht werden und direkt im Anschluss an Ort und Stelle mit einem Herbstfest gefeiert werden. Damit reiht sich der Platz ein als drittes und letztes in die Leuchtturmprojekte der „Sozialen Stadt“ in Bingerbrück. Dies bietet den Anlass, in dieser Newsletter-Ausgabe die Erfolge, Stärken, Schwächen, Chancen und Herausforderungen des hiesigen millionenschweren Städtebauförderprogramms ausgiebig zu beleuchten.
Weiterhin darf natürlich ein Blick auf die Bauarbeiten im Stadtteil nicht fehlen, weil gerade mit dem anvisierten Ortsdurchfahrtenausbau spannend bleibt, ob dieser bis zum Start der Bundesgartenschau 2029 vollständig abgeschlossen werden kann, zumal wohl gleichzeitig zum Ausbau die Generalsanierung der Bahnstrecke von Köln bis Mainz (mit rund halbjähriger Komplettsperrung der Bahnstrecke) und die Neugestaltung des Stadteingang West in Bingen erfolgen dürften. Die Fülle an geplanten und zeitgleichen Baustellen ist wirklich beachtlich. Bingen und Bingerbrück sollen dafür auch im Straßenraum zur Bundesgartenschau wahrhaftig aufblühen – mit mehr Grün und mehr Verkehrssicherheit.
In dieser Ausgabe blicken wir ferner unter anderem auf die anstehenden Veranstaltungen im Stadtteil, auf zwei Ausstellungen im Stellwerk Mensch | Natur | Technik, auf weitere Meldungen aus dem Park am Mäuseturm und dem Familienzentrum sowie zuletzt auf den runden Geburtstag von Erich Naujack, Heimatverein-Mitglied seit der ersten Stunde, Bingerbrücker Bürgermeister a. D. und Binger Oberbürgermeister a. D., zu dem wir ihm herzlich gratulieren und beste Gesundheit wünschen!
Abschließend wünsche ich Ihnen, liebe Leser:innen, angenehme Herbsttage bei ebenso bester Gesundheit und eine gute Lektüre mit dieser Ausgabe!
Herzlichst
Ihr Noel Firmenich
Federführung „Newsletter für Bingerbrück“ |
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Neues von den Baustellen im Stadtteil
Während es beim Rupertsberger Kreisel im Zeitplan weitergeht, naht sich im Oktober die Einweihung des neugestalteten Venarey-les-Laumes-Platzes. An der Koblenzer Straße und im Straßenbereich „Am Rupertsberg“ könnte die Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen noch in diesem Jahr beginnen, die mit den halbseitigen Straßensperrungen der Vorbote für den Ausbau der Ortsdurchfahrt ist.
Von Noel Firmenich
Den neuen Venarey-les-Laumes-Platz sieht man gepflastert, auch das neue Holzdeck, das zum Sitzen im Schatten der großen Bäume einladen soll, wurde gebaut – die Bauarbeiten zur Umgestaltung neigen sich dem Ende zu, wie die Pressestelle der Stadtverwaltung auf Newsletter-Anfrage erklärt. „Mit Hochdruck ist die beauftragte Firma am Venarey-les-Laumes-Platz am Arbeiten. Bis Ende September sollen die Arbeiten, laut dem beauftragten Planungsbüro, soweit abgeschlossen sein.“ Das Eröffnungs-Herbstfest wird derzeit von den Ortsvereinen, der städtischen Stadtplanung und dem Quartiersmanagement für den 10. und 11. Oktober geplant – mit der offiziellen Einweihung am Freitagnachmittag, einem anschließenden Dämmerschoppen und einem Familientag am Samstag.
Am ZWOZWO Stadtteilzentrum soll der neue, nach der Bingerbrücker Partnerstadt benannte Platz zu einem urbanen Treffpunkt werden und auch verschiedene Stadtteilfeste ermöglichen. Dabei soll ein neues Wasserspiel dazu beitragen, als „erfrischender Anziehungspunkt“ dienend, den Platz mit Leben zu füllen und gerade bei heißen Temperaturen für Abkühlung zu sorgen, wie die Stadtverwaltung hervorhebt. Bei der neuen Fontänenanlage sprudeln an acht Stellen die Wasserstrahlen fontänenartig aus dem Boden, dabei könne jeder einzelne der acht Fontänenstrahlen unabhängig von den anderen in der Höhe (und der Intensität) angepasst werden und außerdem das aufgesprühte Wasser wiederverwendet werden. |
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Im Schatten der Bäume des neuen Venarey-les-Laumes-Platzes. (Foto: Noel Firmenich)
Aktuell ist der Bau einer Ziegelmauer, welche die Abtrennung zu den Parkplätzen darstellt und auch als Sitzmöglichkeit dienen soll, an der Reihe. Als vorerst letztes werden die Parkplätze erstellt, so die Stadtverwaltung. Denn die für den Platz geplante Bepflanzung werde erst im Spätherbst erfolgen, da die Gehölze dann gut im Boden verwurzeln können, während die oberirdischen Pflanzenteile eine Wachstumspause einlegen. Dies soll mehrere Vorteile haben als wenn die Sträucher und Stauden im Frühjahr gepflanzt werden, erläutert die Stadtverwaltung. So können die Pflanzen über den Herbst im Wurzelsystem wichtige Nährstoffe sammeln und dann im Frühjahr kräftig austreiben. Außerdem müssen die Pflanzen keinem Hitzestress ausgesetzt und ferner durch die meist feuchtere Jahreszeit auch nicht so oft gewässert werden.
Die Bauarbeiten haben sich zuletzt durch verschiedene unvorhersehbare Dinge verzögert, schreibt die Pressestelle. Einerseits wurden Kampfmittel vermutet, aber nach der Überprüfung letztlich keine im Baufeld gefunden. Dafür wurden die Mauern „alter Kelleranlagen eines ehemaligen Gebäudes“ gefunden, die zunächst abgetragen werden mussten. Hinzu kam eine Mittelspannungsleitung, die „nicht in der vorgeschriebenen Tiefe eingebaut“ war und wegen der der Energieversorger zur Rate gezogen werden musste. |
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Blick aus dem Selma-Herz-Saal des ZWOZWO auf den künftigen Venarey-les-Laumes-Platz: links das neue Wasserspiel und rechts das neue Holzdeck. (Foto: Noel Firmenich)
Rupertsberger Kreisel weiterhin im Zeitplan
Seit Septemberanfang laufen die Bauarbeiten am Rupertsberger Kreisel nach einer dreiwöchigen Sommerpause ungehindert und „im gewünschten Zeitplan“ weiter, erklärt Bernhard Knoop, der Dienststellenleiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Worms. Nach Pfingsten wurde der neue 38 Meter breite Kreisel an der ehemaligen „Darmverschlingung“ freigegeben – dabei habe sich die Verkehrssituation aus Sicht des LBM verbessert, seitdem der Verkehr über den neuen Kreisel geleitet wird.
Derzeit befinden sich die Bauarbeiten in der zweiten Bauphase, bei der die Drususstraße und die östliche Fahrbahnhälfte der Koblenzer Straße hergerichtet werden. Die Stadtwerke Bingen arbeiten in dem Bereich am Abwasserkanal, ebenso werden Leitungen der Telekommunikation verlegt und Fahrbahn und Gehweg erneuert, erläutert Knoop. Im Oktober soll die Baustelle in die dritte Bauphase übergehen, bei der im Kern die westliche Fahrbahnhälfte der Koblenzer Straße hergerichtet wird. Im nächsten Jahr folgt zum Schluss in der vierten Bauphase die Kreiseleinmündung zur Stromberger Straße.
Mit der Verkehrsregelung und dem Verkehrsablauf sei der LBM bislang zufrieden, trotz der baubedingten Verkehrseinschränkungen, sagt Knoop. Der bereits hergestellte Kreisel und die Stützwand würden überdies positiv von den Anliegern und den Verkehrsteilnehmenden aufgenommen. Die Großbaustelle an dem verkehrsreichen Knotenpunkt der B9 (Koblenzer Straße), der B48 (Drususstraße) und der L214 (Stromberger Straße) verlangt den Beteiligten und den durch die Baustelle Betroffenen viel ab. Knoop ist jedoch positiv gestimmt: „Alle Beteiligten sind Profis und verstehen ihr Handwerk.“ Der LBM dankt aufrichtig für die Geduld und das Verständnis der Anlieger und der „staugeplagten Pendler, die tagtäglich die Baustelle mindestens zweimal durchfahren müssen“. Im Frühjahr 2026 sollen die Umbauarbeiten am Verkehrsknoten nach rund zwei Jahren Bauzeit abgeschlossen sein. |
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Schweres Baugerät an der Einmündung der Drususstraße (B48) in die Koblenzer Straße (B9), dem aktuellen Bauabschnitt der Baustelle zum neuen Rupertsberger Kreisel. (Foto: Noel Firmenich)
Koblenzer Straße im Planfeststellungsverfahren
Neben dem Rupertsberger Kreisel hält auch der Ausbau der Ortsdurchfahrt den LBM auf Trapp. Die Koblenzer Straße (B9) und der Bereich „Am Rupertsberg“ (L419, früher K8) sollen noch zum Start der Bundesgartenschau 2029 rundum im neuen Kleid erscheinen. Mit dem Ausbau bekommen die Koblenzer Straße und der Bereich „Am Rupertsberg“ im Kern kurz zusammengefasst deutlich mehr Grün, halb so viele, dafür fest ausgewiesene, Parkplätze, einen beidseitig fast durchgehenden Fahrradschutzstreifen und an der Kreuzung am Venarey-les-Laumes-Platz einen Mini-Kreisverkehr mit Querungshilfen für Fußgänger:innen anstelle der bisherigen Ampelanlage. Mit dem neuen Mini-Kreisel sollen Rückstaus vermieden und die Verkehrskreuzung damit leistungsfähiger werden.
Der LBM, der den Ausbau in enger Zusammenarbeit mit der Stadt vornimmt, will mit der Neugestaltung die Verkehrssicherheit entlang der beiden Hauptverkehrsstraßen erhöhen und die Belange aller Verkehrsteilnehmer angemessen berücksichtigen – ein schwieriges Unterfangen, da die Ausbauplanung bislang kontrovers diskutiert wurde (wir berichteten). Einerseits wird von den Anliegern der Wegfall der Stellplätze harsch kritisiert, andererseits wird, hier von den Scientists for Future Bingen, mehr Verkehrssicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrende gefordert. Andere wiederum freuen sich, dass Bäume an die Koblenzer Straße zurückkehren, wo sie einst eine Allee war.
Noch bis zum 18. September kann man im Planfeststellungsverfahren beim LBM in Koblenz Einwendungen gegen die gegenwärtige Planung erheben. „Vorbehaltlich vom Inhalt und Umfang der eingehenden Eingaben und Stellungnahmen bei der Planfeststellungsbehörde wäre ein Planfeststellungsbeschluss im Laufe des Jahres 2026 wünschenswert“, hofft Knoop. Wenn das Baurecht schließlich vorliegt, will der LBM den Baubeginn zügig vorbereiten. Wann die Bauarbeiten beginnen können, ist noch unklar. Ein belastbarer Termin könne derzeit nicht genannt werden, heißt es vom LBM, der darauf verweist, dass bis zum Baustart noch die Ausführungsplanung erstellt, der Bauablauf geplant und mit der Stadt und den Ver- und Entsorgungsleitungsträgern abgestimmt, die Bauleistungen öffentlich ausgeschrieben und zuletzt der Bauauftrag erteilt sein müssen.
Informationsveranstaltungen geplant
Fortgeschrittener sind hingegen die Vorbereitungen für die Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen unterhalb der beiden Hauptverkehrsstraßen. Noch vor dem Baustart des Straßenausbaus sollen dort alle Strom-, Gas- und Trinkwasser- und Abwasserleitungen rundum erneuert sein. Dafür steht die Vergabe der Bauleistungen an, heißt es vonseiten der Stadtwerke, der Wasserversorgung Trollmühle und Westnetz, unter deren Regie die Sanierung läuft. Die Bauarbeiten könnten womöglich noch in diesem Jahr beginnen, wie Bürgermeister und Baudezernent Ulrich Mönch und die Stadtwerke kürzlich in der Allgemeinen Zeitung erklärt haben. Während der anstehenden Sanierung und dem folgenden Ausbau werden die Koblenzer Straße und der Straßenbereich „Am Rupertsberg“ abschnittsweise nur einseitig befahrbar sein. Über den geplanten Bauablauf wollen der LBM, die Stadt sowie die Netzbetreiber fortwährend informieren. Wie die Netzbetreiber am Dienstag mitgeteilt haben, werden aktuell neben der Beweissicherung die Hausanschlüsse vor Ort geprüft. Daraufhin wollen sie Anliegerversammlungen vorbereiten, um zum Baustart über den genauen Bauablauf zu informieren. |
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Die Koblenzer Straße soll ein neues Gesicht erhalten – eines der zeitlich ambitionierten Bauprojekte in Bingen bis zum Start der Bundesgartenschau 2029. (Foto: Noel Firmenich)
Weitere Informationen zu den vier Bauprojekten erhalten Sie hier. |
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Bingerbrück im Studien-Fokus: Das läuft bei der Sozialen Stadt (nicht) gut
Drei Studierende aus Kaiserslautern hat es für ein gemeinsames Projekt von der Pfalz an den Mittelrhein gezogen. Sie haben die „Soziale Stadt“ ins Visier genommen und am Beispiel von Bingerbrück geschaut, wie gut die Städtebauförderung von Bund und Land im Stadtteil ankommt. Im Newsletter-Gespräch verraten sie, was ihr Blick auf Bingerbrück ist, wo der Stadtteil glänzen kann und wo sie Potenzial sehen.
Von Noel Firmenich
Ein Trio kurz vor seiner Bachelor-Arbeit: Nils Raab, Pierre Wichmann und Elisabeth Poplenkina studieren Raumplanung an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität in Kaiserslautern. Sie stecken derzeit mitten in ihrem Bachelor-Abschlussprojekt. Bei ihren bisherigen Projekten konnten sie schon einige Eindrücke von Stadt- und Raumentwicklung sammeln, wie sie im Newsletter-Gespräch erläutern, da sie bisher verschiedene Quartiere und Regionen kennenlernen durften, so eben auch den Binger Stadtteil westlich der Nahe.
Änderungen durch die Soziale Stadt im Studien-Fokus
Im Modul vor dem großen Abschlussprojekt lag der Fokus zuletzt auf informeller Planung, also auf all jene Planungsinstrumente, die nicht formal festgeschrieben sind. Dazu zählen zum Beispiel Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger:innen und Anwohner:innen in Bürgerumfragen oder Planungswerkstätten. Um Praxisbeispiele aus der Städtebauförderung kennenzulernen, durfte sich das Trio ein Fördergebiet aussuchen und es mit einer Hausarbeit genauer vorstellen. Unter den Soziale Stadt-Gebieten haben sie sich nach einer Internetrecherche für Bingerbrück entschieden, wie Raab berichtet: „Wir lasen auf der Webseite der Stadt Bingen die Projektbeschreibung und dachten relativ schnell: Das passt!“
Mit Christine Kreis von der städtischen Stadtplanungsabteilung folgte daraufhin ein Erstgespräch. Von ihr haben sie das ISEK gestellt bekommen. So konnte sich die Gruppe am Anfang einen Überblick über das Projekt verschaffen. Denn im ISEK – im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept – stehen alle Maßnahmen auf dem Plan, die vor Ort mit der Städtebauförderung umgesetzt werden sollen. Mit Kreis hat die Gruppe überdies eine Ansprechpartnerin gefunden, die das Projekt seit der ersten Stunde begleitet – und die Soziale Stadt in Bingerbrück damit wie ihre Westentasche kennt.
Ortsrundgang gibt Einblicke in Stärken und Schwächen
„Unser Ziel war es, zu beleuchten, wie sich Bingerbrück durch die Soziale Stadt verändert“, erklärt Poplenkina. „Dazu haben wir die Ausgangslage analysiert und uns die Akteure und Maßnahmen im Stadtteil angeschaut.“ Auch die soziogeografischen Daten aus Bingerbrück, die Förderkulisse und die Finanzierung des Gesamtprojektes waren auf dem Plan ihrer Hausarbeit. Mit den Daten, dem ISEK und dem Erstgespräch im Gepäck ging es für das Trio mit der Bahn nach Bingerbrück, berichtet Wichmann. „Wir wollten uns vor Ort ein Bild von den umgesetzten Maßnahmen und der Ortsstruktur machen.“
Mit einem sogenannten „Schwarzplan“ in der Hand sind sie durch den Stadtteil gelaufen. Auffälligkeiten haben sie beim Rundgang direkt an Ort und Stelle im Plan markiert, denn dafür bietet ein Schwarzplan genau den Platz, wie Wichmann erläutert: Dort sind – in Schwarz – nur die Grundrisse der Gebäude markiert. Höhen, Farben, Vegetation oder Details können dafür nach Belieben selbst eingezeichnet werden. Im ZWOZWO hatte sich die Gruppe dann mit Carl Woog getroffen, um weitere Infos zu erfahren. Er habe viel Konkretes über Bingerbrück, seine Geschichte und die Soziale Stadt erzählen können.
Bevor es nach dem Tagesausflug schließlich ans Schreiben der Hausarbeit ging, hatte die Gruppe den Auftrag, im Studienseminar zunächst den Kommilitonen mit einer Präsentation das Projekt kompakt vorzustellen. Für die Präsentation, die einen „prägnanten Überblick“ bieten soll, hat das Trio die eigenen Planzeichnungen verfeinert und überdies die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Stadtteils mit der Sozialen Stadt gegenübergestellt. |
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So sieht ein Schwarzplan von Bingerbrück aus. (Quelle: Raab/Poplenkina/Wichmann)
Straßen und innerorts wenig Grün fallen negativ auf
Vor Ort sind der Gruppe ein paar Punkte besonders ins Auge gefallen, wie Wichmann erklärt: „Der Zustand der Straßen und die Leerstände sind uns negativ aufgefallen, sehr positiv hingegen der Zugang zum Wald, die Angebotsfacette im ZWOZWO und die sehr gute Verkehrsanbindung.“ Bingerbrück liege zwar etwas ländlicher, sei dennoch „extrem gut“ mit dem ÖPNV angebunden. Die „sehr gute Lage“ habe aber einen enormen Parkdruck durch die Pendler:innen zur Folge. Hinzu komme die Lärmbelastung durch den Verkehr als weitere Negativfolge, wobei sie andernorts im Mittelrheintal nochmals stärker sei als in Bingerbrück.
Hinzu kommt, dass Bingerbrück innerorts stark versiegelt sei, sagt Poplenkina: Der Stadtteil zeichne sich, wie in der Hausarbeit beschrieben wird, als dicht besiedelte Wohngemeinde mit Block- als auch Zeilen- und Punktbauten aus. Sonstige Nutzungen wie Geschäfte oder Einrichtungen finden sich meist an den größeren Achsen entlang der Koblenzer Straße und der Stromberger Straße. Grünflächen und Treffpunkte im öffentlichen Raum seien überdies innerorts rar beziehungsweise kaum zu finden. Dafür finden sich mit dem Binger Wald und dem Park am Mäuseturm Erholungsräume in direkter Nähe zum Stadtteil.
Ein Blick ins ISEK verrät des Weiteren, dass in Bingerbrück im Vergleich zur Gesamtstadt mehr Menschen wohnen, die im Leben Unterstützung bedürfen. So sei etwa der Anteil der Menschen, denen ein rechtlicher Betreuer an der Seite steht, im Stadtteil höher als im Binger Gesamtdurchschnitt. Damit seien hier bedarfsgerechte Unterstützungsangebote von besonderer Bedeutung, um dem Risiko sozialer Ausgrenzung vorzubeugen, heißt es. |
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Blick in die Gutenbergstraße. (Foto: Noel Firmenich)
ZWOZWO und Beteiligungsmöglichkeiten lobenswert
Den Bingerbrücker Städtebauförderprozess bewertet das Trio im Vergleich zu anderen Gebieten fast durchweg positiv: Hier seien die Projekte sehr konkret und die informelle Beteiligung der Anwohnenden könne an mehreren Stellen gesehen werden, erklärt Raab. Andernorts hätten sie die Lage deutlich prekärer erlebt. „Wir haben uns bei einer kleinen Exkursion explizit ein Fördergebiet als Negativbeispiel angeschaut, bei dem die Abstimmung zwischen Stadtplanungsamt, Quartiersmanagement und Beteiligungsprozessen überhaupt nicht gut funktioniert und wenige bis keine effizienten Maßnahmen erarbeitet werden konnten.“ Dies habe unter anderem auch daran gelegen, dass die Kommune trotz der Förderung nur wenig Finanzmittel bereitstellen würde.
In Bingerbrück laufe die Zusammenarbeit zwischen den Anwohnenden, den Vereinen und der Stadt deutlich besser. „Hier bringen die Vereine und das Ehrenamt Dynamik in den Stadtteil“, meint Raab. In dieser Hinsicht können das neue Josef-Metzroth-Familienzentrum und der künftige Venarey-les-Laumes-Platz als Chancen bewertet werden. Vereine und die Menschen im Stadtteil könnten den neuen Platz einfacher und flexibler nutzen. Mit dem Familienzentrum könnten Unterstützungsangebote ein geeignetes Haus finden, um diese bedarfsgerecht auszubauen und zu bündeln. |
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Das Familienzentrum beherbergt neben Beratungsangeboten auch die Kita Mäuseturm. (Foto: Noel Firmenich)
Die Soziale Stadt in Bingerbrück bleibt aber nicht ohne Kritik: Denn bis auf das ZWOZWO, das Familienzentrum und den Venarey-les-Laumes-Platz als Leuchtturmprojekte und das Quartiersmanagement, die Stadtteilzeitung, die private Modernisierungsförderung und dem Verfügungsfonds als flankierende Projektmaßnahmen bleiben andere Baumaßnahmen aus dem ISEK außen vor, da das Förderbudget durch die gestiegenen Baukosten der Großbauprojekte ZWOZWO und Familienzentrum ausgereizt wurde.
Zum Beispiel fehlt das Geld für die anvisierten Straßensanierungen der Gutenberg- und der Prinzenkopfstraße und für die Neugestaltung der Grünfläche und der Treppenanlage am Kirsch-Puricelli-Platz, die aus der Projektliste gestrichen wurden. Dazu kommentiert das Trio in seiner Hausarbeit: „Der marode Zustand der Wohnstraßen bleibt bestehen und im Ortsbild sichtbar.“ Auch der Versuch, ein Unternehmensnetzwerk zu etablieren, blieb bislang ohne Erfolg. Die ökonomischen Strukturen seien dafür zu divers, wird vermutet. Die Ortseingänge geben sich bislang nicht in einem schöneren Bild, wobei sich dies durch den Rupertsberger Kreisel und den Ortsdurchfahrten-Ausbau abseits der Sozialen Stadt und des ISEKs ändern könnte.
Ende der Projektlaufzeit naht 2027
2027 soll das Projekt auslaufen, denn das Förderbudget und die Projektlaufzeit sind beide ausgereizt, eine Verlängerung der Förderung ist ausgeschlossen. Deshalb drängt sich zunehmend die Frage auf, wie die neu geschaffenen Strukturen, die positiven Impulse der Sozialen Stadt, allen voran durch die neue Infrastruktur, aber auch die Netzwerkarbeit, ohne die millionenschwere Förderung von Bund und Land langfristig erhalten und genutzt werden können – eine Aufgabe, vielleicht auch Herausforderung für die Akteure und die Menschen im Stadtteil und für die Stadt. Schließlich sollten das ZWOZWO Stadtteilzentrum, der Venarey-les-Laumes-Platz und das Familienzentrum gut aufeinander abgestimmt sein, rege genutzt werden und die Vereine und Initiativen im Stadtteil gut miteinander vernetzt sein.
Weitere Informationen zur Sozialen Stadt, dem ISEK und den Projekten finden Sie hier auf der Projektwebseite der Stadt Bingen. |
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Kurz notiert – Veranstaltungstipps
Kommendes Wochenende: Spielzeit im ZWOZWO
Am kommenden Wochenende (20. und 21. September) wird das ZWOZWO zu einem von bundesweit 400 offenen Spieletreffs. Zur Aktion „Stadt-Land-Spielt“ können dort am Samstag von 15 bis 22 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr alle kostenlos und ohne Anmeldung mitspielen, so die Stadtbücherei als Mitinitiatorin. Die Auswahl an Spielen soll für alle Altersklassen groß sein – und von Karten-, Geschicklichkeits- und Partyspielen bis hin zu zahlreichen Gesellschaftsspielen reichen. Am Eingang können die Spiele ausgeliehen werden. Auch sind Ansprechpersonen vor Ort, die die Spielregeln erklären.
Die Initiatoren hinter „Stadt-Land-Spielt“ wollen Menschen über verschiedene Herkünfte, Generationen sowie physische und psychische Verfassungen hinweg zusammenbringen, heißt es. Die Aktion wird seit 2013 jährlich zum Tag der Gesellschaftsspiele veranstaltet. In Bingen zeichnen sich die Stadtbücherei im Schulterschluss mit der TuS Bingen-Gaulsheim und dem Ingelheimer Verein MütZe verantwortlich.
Treffs und Vortrag im Familienzentrum
Im Josef-Metzroth-Familienzentrum kommen mittlerweile zahlreiche Veranstaltungen zusammen: Während sich beispielsweise das Repair-Café (immer am dritten Montag im Monat) und der internationale Frauentreff (einmal im Monat donnerstags) bereits im ZWOZWO etabliert haben, lädt das städtische Senioren- und Demografiebüro seit Juli einmal im Monat nachmittags zum Mehrgenerationen-Treff ins Familienzentrum ein – am kommenden Donnerstag (18. September) steht von 14:30 bis 16 Uhr die nächste Ausgabe bevor. Ob Kaffee und Kuchen, kreative Angebote und Spielenachmittage: Der Mehrgenerationen-Treff soll monatlich Abwechslung bieten, schreibt die Stadtverwaltung. Am Donnerstag steht außerdem um 19 Uhr ein Themenabend mit Theresa Straus an, der sich mit der Wichtigkeit von bedürfnisorientierter Erziehung im Alltag befasst.
Insgesamt möchte das Familienzentrum nicht nur ein Ort der Beratungsmöglichkeiten und Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche, Eltern und Familien sein, sondern insgesamt ein Mehrgenerationen-Haus in der Stadt und im Stadtteil. Zum Mehrgenerationen-Treff reiht sich der offene Treff, der Familien mit Kindern, werdende Eltern und Interessierte zusammenbringen und vernetzen will und ebenso einen lockeren und ungezwungenen Austausch zu Familienthemen ermöglichen will, so die Familienzentrum-Leitung. Ab 25. September findet der Treff nicht nur dienstags, sondern auch donnerstags statt, jeweils von 9:30 bis 11:30 Uhr.
Zwei Basare stehen am
Über die beiden regelmäßigen Treffs hinaus wurde im Haus ebenso ein After-Work-Treff erprobt, der am 30. Oktober wiederholt werden soll. Ein Familien-Basar steht überdies am 15. November an. Doch bereits am kommenden Samstag (20. September) findet unter dem Dach des Stadtteilvereins der Kinder- und Damensachenbasar der Klamottenkiste traditionell in der Mehrzweckhalle statt. Der Erlös will der Basarkreis wie gewohnt für Kinder in Bingerbrück spenden, heißt es vom Veranstalter.
Nähere Informationen zu den genannten Veranstaltungen finden Sie hier im Bingerbrücker Veranstaltungskalender. Dort finden Sie auch viele weitere besuchenswerte Veranstaltungen im Stadtteil. |
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Zu guter Letzt
Bingerbrücker Traditionsfabrik Thema von diesjähriger Heimatverein-Ausstellung und neuem Sonderheft
In eigener Sache: Die diesjährige Heimatverein-Ausstellung zeigt bis zum 28. September im Stellwerk Mensch | Natur | Technik die Erfolgsgeschichte der Elektrotechnischen Spezialfabrik von Franz Kristen, ein einst bedeutender Zulieferer für die Automobilindustrie und dem bis zu seinem Fortgang in den 1990er Jahren größten Bingerbrücker Unternehmen – die Firma kann dabei nach kleinsten Anfängen in den 1930er Jahren und trotz der Zerstörung des Fabrikgebäudes im Zweiten Weltkrieg auf eine beispiellose Expansion zurückblicken.
Zur Ausstellung gibt der Heimatverein ein Sonderheft heraus, das die Firmengeschichte im Vergleich zur Fotoausstellung detaillierter beleuchtet. Dazu wandert die Ausstellung ab Oktober vom Stellwerk (Öffnungszeiten: freitags bis sonntags und feiertags 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei) ins Hildegardzentrum in der Hildegard-Gedächtniskirche (Öffnungszeiten: täglich 10 bis 16 Uhr, Eintritt frei), wo das Sonderheft dank des Verfügungsfonds der „Sozialen Stadt Bingerbrück“ kostenfrei mitgenommen werden kann. |
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Franz Kirstens Fabrik in Bingerbrück. (Quelle: Heimatverein Bingerbrück e.V.)
Wildkatzen zum Saisonabschluss im Stellwerk
Auf die Heimatverein-Ausstellung folgt im Stellwerk eine Ausstellung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), die mit Tierfotografien, Landschaftsbildern und Porträtaufnahmen, Infotafeln und interaktiven Stationen vom 3. Oktober bis zum 16. November zu den Stellwerks-Öffnungszeiten (freitags bis sonntags und feiertags 11 bis 17 Uhr) kostenfrei dazu einlädt, die heimliche Welt der Wildkatzen mit ihren Lebensräumen zu erkunden, wie die Stadtverwaltung mitteilt.
Zur Vernissage gibt Wildkatzenexpertin Sonja Gärtner vom BUND Landesverband Rheinland-Pfalz am 2. Oktober, 18 Uhr, einen Vortrag über die Wildkatze, bei dem sie auch die aktuellen Forschungs- und Schutzprogramme vorstellt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Die Wildkatzen, eine streng geschützte Art, „schleichen auf leisen Pfoten anmutig und für die meisten unbemerkt durch die Wälder“, schreibt der BUND, wobei die Tiere auf naturnahe, ruhige, strukturreiche und unzerschnittene Waldgebiete angewiesen sind. Während in Deutschland schätzungsweise 5.000 bis 10.000 Wildkatzen leben, ist ein Großteil in Rheinland-Pfalz heimisch, darunter auch im Binger Wald.
Buga-Mobil rollt in den Park am Mäuseturm
Am 30. September rollt das „Buga-Mobil“ in den Park am Mäuseturm. Dort lädt die Projektgesellschaft zur Bundesgartenschau 2029 von 16:30 bis 19 Uhr zu einem offenen Info-Nachmittag ein. Mit „Liegestühlen, Gartenflair, Wein und Musik“ steht das Buga-Team Interessierten für Fragen, Ideen und Gespräche bereit, heißt es von der Buga 2029 gGmbH.
Zur anstehenden Bundesgartenschau im Oberen Mittelrheintal erfährt der Park am Mäuseturm eine grundlegende Modernisierung und wird zu einem der sechs zentralen „Buga-Parks“ am Mittelrhein umgestaltet, wobei die heute bekannte Grundstruktur des Parks inklusive dem Wasserspielplatz, Stellwerk und den Sportanlagen erhalten bleiben soll. Wie bereits zur Landesgartenschau-Zeit 2008, soll der Park während der Buga nur mit Ticket besucht werden können, dafür soll dort wieder eine große Blumenpracht zieren.
Neues Kunstwerk ziert den Park am Mäuseturm
Apropos Park am Mäuseturm: Dort findet seit Jüngstem eine Skulptur des Künstlers Simon Mullan einen dauerhaften Platz – dank Sponsorenhilfe, wie die Stadtverwaltung hervorhebt. Der weiße und über elf Meter lange „Popularis-Tresen“, der bereits anlässlich der sechsten Skulpturen-Triennale 2023 am Binger Kulturufer zu sehen war, soll die Menschen nun im Park am Mäuseturm zum Verweilen und Kommunizieren einladen. Er ist dabei die zwölfte Triennalen-Skulptur, die in Bingen für alle sichtbar erhalten bleibt. Nach eigenen Worten geht für den Künstler damit ein Traum in Erfüllung: „Der Gedanke, dass Menschen sich am Tresen erfreuen, hier verweilen und in einen sozialen Austausch treten, ist wunderschön.“ Die Skulpturen-Triennale Bingen wird seit der Landesgartenschau 2008 von der „Gerda & Kuno Pieroth Stiftung“ ausgerichtet. |
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Freunde und Förderer der Triennale bei der feierlichen Übergabe des Popularis-Tresens im Park am Mäuseturm. (Foto: Stadt Bingen / Markus Hembes)
Spende für die Kita Mäuseturm
Eine weitere feierliche Übergabe gab es dieser Tage für die Kinder der Kita Mäuseturm: Sie sind mit einem von Sylke Heiland auf die Kindertagesstätte umgetexteten Lied auf die „Atemlos“-Melodie von Helene Fischer auf dem diesjährigen Seniorennachmittag des Winzerfestes aufgetreten. Laut der Stadt Bingen haben die Gäste zum Dank in einer Hutsammlung rund 860 Euro gespendet, die nun an die Kita übergeben worden sind. Die Kinder wünschen sich von dem Spendenbetrag Baumagnete und Duplosteine, heißt es. Das umgetextete Lied, ursprünglich für die Einweihungsfeier des Familienzentrums (wo sich die Kita befindet) im April eingeübt, soll sich längst als Kita-Hymne etabliert haben. |
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Die Kinder der Kita Mäuseturm freuten sich über die Spende. (Foto: Stadt Bingen)
Neue Ausgabe der Mitgliederzeitschrift in Arbeit
In eigener Sache: Für die Heimatverein-Mitgliederzeitschrift, die „Bingerbrücker und Rupertsberger Geschichte(n)“, finden sich die Artikel der neuen und 57. Ausgabe in den letzten Zügen, damit sie alsbald an die Mitglieder verteilt werden kann. Ein Fokus liegt auf den laufenden Bauarbeiten zum Rupertsberger Kreisel: Während ein direkter Anwohner seine Sicht auf das Projekt schildert, findet ein Bingerbrücker Fastnachter mit Mundart und Reimen humorvolle Worte zur Baustelle, deren Entwicklung und Geschichte aus der Newsletter-Redaktion wiederum nüchtern beleuchtet wird.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens blickt eine Hochhaus-Bewohnerin auf die Entwicklung des Panoramahauses. Es geht auch um die einstige Nikolauskapelle an der Nahe und um die eher beschaulich wirkende Bürgermeister-Daub-Straße. Ferner wird das Leben eines Bingerbrücker Bürgermeisters akribisch nachgezeichnet: das von Jakob Brandenburger, einem NSDAP-Funktionär, der jedoch nach der NS-Zeit seine Parteimitarbeit bedauert und sie als Fehler eingesehen haben soll. Natürlich werden zuletzt bestehende Artikelserien als auch der Pressespiegel von vor 50 Jahren fortgesetzt. |
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Die mittlerweile abgerissene Nikolauskapelle (hier in den 1920er Jahren) wäre heute über 650 Jahre alt. (Quelle: Heimatverein Bingerbrück)
Neue „Neues aus Kaltnaggisch“ erschienen
Die aktuelle Ausgabe der Stadtteilzeitung „Neues aus Kaltnaggisch“, im Sommer erschienen, legt den Fokus auf das im April eingeweihte Familienzentrum: Sie präsentiert die bestehenden und geplanten Angebote im Haus, mit Mundart und Reim von Toni Berges wird das Eröffnungsfest Revue passiert und es wird die „Kunst am Bau“ erläutert. Zu Beginn der Ausgabe zeichnet Christel Meyer kompakt die Entwicklung des vor 50 Jahren eröffneten Panoramahauses an der Stromberger Straße nach. Carl Woog wirft außerdem einen kurzen Rückblick auf bisher acht erfolgreiche Jahre Café ZWOZWO. Die Stadtteilzeitung, von der Stadt Bingen und dem Quartiersmanagement herausgegeben, erscheint zweimal im Jahr und wird im gesamten Stadtteil verteilt. Die Ausgabe kann hier kostenlos gelesen werden.
Runder Geburtstag für Erich Naujack
Der ehemalige Bingerbrücker Bürgermeister und Binger Oberbürgermeister a. D. Erich Naujack feierte im August im Kreise seiner Familie, Freunde und Weggefährten seinen 90. Geburtstag. Dazu gratuliert ihm auch der Heimatverein Bingerbrück verbunden mit den besten Wünschen nach viel Gesundheit herzlich!
Erich Naujack wurde am 14. August 1935 in Gerolstein geboren und kam früh an den Mittelrhein nach Boppard. Seinem Berufswunsch, Förster zu werden, ging er nicht nach, dafür absolvierte er im Landratsamt Sankt Goar eine umfassende Ausbildung in allen Rechtsbereichen der Kommunalverwaltung. Die Ausbildung half ihm dabei, 1965 der erste hauptamtliche Bürgermeister von Bingerbrück zu werden – und wohlgemerkt der einzige. Denn in seine Amtszeit fiel die gesetzlich vorgeschriebene Eingemeindung nach Bingen, wobei Erich Naujack in die Stadtspitze wechseln durfte. Mit der Eingemeindung wurde er Erster Beigeordneter und daraufhin von 1976 bis 1996 Oberbürgermeister.
In besonderer Weise geht die Gründung des Heimatvereins auf Naujacks Einsatz zurück, indem er bei der Veröffentlichung der Bingerbrücker Chronik und den Ausstellungen zu Alt-Bingerbrück unterstützt hat. Naujack bleibt dem Heimatverein bis heute eng verbunden, so gingen bislang rund 20 Artikel für die Mitgliederzeitschrift „Bingerbrücker und Rupertsberger Geschichte(n)“ durch seine Feder – eindrucksvoll sind hier Naujacks Porträts über so manche Persönlichkeit vom Rhein-Nahe-Eck und seine Beiträge über sein „Privileg des Alters“ – seine Erinnerungen an seine Amtsjahre in Bingerbrück und Bingen.
Die Liebe zum Wald begleitete Naujack selbstverständlich als Stadtoberhaupt, sodass die forstwirtschaftlichen Belange zu seinem Aufgabengebiet gehörten und er außerdem Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates war. Seine 20-jährige Amtszeit als OB war ebenso geprägt vom Bau der Gesamtkanalisation, der Erschließung der Bingerbrücker Baugebiete „Im Bangert“ und „Elisenhöhe“, dem Neubau des Büdesheimer Feuerwehrgerätehauses, dem Neubau der damaligen Fachhochschule und des Rheintal-Kongress-Zentrums, der Errichtung der Fußgängerzone, der Ansiedlung von Karstadt, der Gründung der Musikschule, der Sanierung der Hafenmauer und der Modernisierung des Heilig-Geist-Hospitals. Die Sanierung des Richtberggeländes begann ebenfalls in seiner Amtszeit. Der städtische Neujahrsempfang, der heute noch zum festen Jahrestermin zählt, geht auf Erich Naujack ebenso zurück wie die Städtepartnerschaft mit Venarey-les-Laumes, die er 1967 noch als Bingerbrücker Ortsbürgermeister initiiert hat. In seine Bingerbrücker Amtsjahre fiel auch der Bau des Bingerbrücker Freibades und des Feuerwehrgerätehauses an der Koblenzer Straße. Während seiner OB-Amtszeit wurde er 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. |
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Erich Naujack (3. v. re.) im Kreise seiner Gratulanten. (Foto: Stadt Bingen / Stefan Dory). |
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